Was versteht man unter Palliativpflege?

palliativmedizin

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Palliativpflege (oder auch Palliativmedizin) beschreibt die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren oder fortgeschrittenen Erkrankung unter dem Ziel, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern.

Was die Palliativpflege ausmacht und wie wichtig auch die seelische Fürsorge im Rahmen der Palliativmedizin ist, erfährst du in diesem Artikel.

Zusammenfassung

  • Bei der Palliativpflege geht es vor allem um eine möglichst hohe Lebensqualität trotz schwerer Krankheit.
  • Seelische Fürsorge und psychologische Betreuung sind wichtige Bestandteile der Palliativpflege.
  • Die Einbindung von Verwandten und Angehörigen kann ebenfalls wichtiger Part der palliativen Pflege sein.

Was versteht man unter Palliativpflege?

Bei der palliativen Pflege werden Patientinnen und Patienten mit schweren, nicht heilbaren Krankheiten von einem (interdisziplinären) speziell geschulten Team betreut.

Nicht nur die Pflege von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, sondern auch mit Herz- und Lungenerkrankungen gehört zur Palliativpflege.

Anders als bei der kurativen Pflege geht es bei der Palliativmedizin nicht darum, Krankheiten zu heilen, sondern Symptome wie Schmerzen zu lindern und ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Der Begriff palliativ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie mit einem Mantel umhüllen. Sinnbildlich wird ein Mantel um die Patienten gelegt, der eine Atmosphäre aus Geborgenheit und Schutz bildet.

Das Pflegepersonal geht bei der Palliativpflege auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ebenso ein wie auf die Bedürfnisse der Angehörigen, die Betroffenen während eines schweren Krankheitsverlaufs zur Seite stehen.

Palliativpflege ist nicht gleichzusetzen mit Sterbehilfe

Die Palliativpflege ist nicht darauf ausgerichtet, das Sterben zu beschleunigen und grenzt sich daher stark von der Sterbehilfe ab.

Zur Palliativmedizin gehört, dass man bei der Behandlung den Fokus auf den Erhalt einer möglichst hohen Lebensqualität legt.

Die Erkenntnis, dass eine Krankheit nicht heilbar ist und die Entscheidung den Fokus der Behandlung daher auf den Erhalt einer möglichst hohen Lebensqualität zu legen, kann mehrere Wochen oder sogar Monate vor dem Beginn der Sterbephase getroffen werden.

Schmerzen und Leiden sollen durch die Palliativpflege auf ein Minimum reduziert werden, allerdings verkürzt die Palliativpflege den Sterbevorgang nicht aktiv. Durch die Pflege und die Linderung der Beschwerden kann es sogar dazu kommen, dass das Leben minimal verlängert wird. Eine Heilung erreicht die Palliativpflege dennoch nicht.

Die aktive Sterbehilfe ist in Deutschland nicht legal. Die palliative Pflege ist hingegen rechtlich völlig anders einzuordnen, da jeder Mensch in Deutschland einen Anspruch auf Palliativpflege hat, wenn die Unheilbarkeit einer Krankheit abzusehen ist.

Im Rahmen der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) stellen die Bundesländer die Versorgung mit spezialisierten Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten sicher.

Palliativpflege ist nicht zu verwechseln mit dem Aufenthalt in einem Hospiz

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Wenn die Lebenserwartung eines Patienten stark begrenzt ist, ist die Unterbringung in einer Hospizeinrichtung denkbar, denn dort wird der Patient beim Sterbevorgang begleitet.

Die Palliativpflege in Kliniken zielt hingegen darauf ab, schwerkranke Patienten soweit zu stabilisieren, dass sie nach Hause oder in ein Hospiz entlassen werden können.

Die Palliativpflege begleitet den Sterbevorgang nicht selbst, sondern bereit vielmehr darauf vor. Ein wichtiger Bestandteil der Palliativpflege ist es daher, Schmerzen zu lindern. Lebensverlängernde Maßnahmen gehören nicht zur palliativen Pflege.

Zwar sind Palliativpflege und die Pflege in einem Hospiz nicht gleichzusetzen, sie stehen aber dennoch in enger Verbindung und bilden zusammen eine Einheit, die dem Kranken oder der sterbenden Person den Abschied aus dem Leben so gut wie möglich gestalten soll.

Palliativpflege zuhause – wie können Angehörige eingebunden werden?

Viele Menschen wünschen sich, zuhause zu sterben, da dies der Ort ist, an dem sie sich geborgen und sicher fühlen. Eine vertraute Umgebung trägt daher zum Wohlbefinden bei. Für die Angehörigen ist dieser Wunsch jedoch oft eine Herausforderung.

Um dem Wunsch dennoch nachzukommen, können Angehörige Unterstützung erhalten. Dazu zählen beispielsweise Pflegeteams, die Patientinnen und Patienten zuhause besuchen und unterstützen.

Das Pflegeteam kann auch den Kontakt zu einer Palliativärztin bzw. einem Palliativarzt herstellen, welche die Betroffenen ebenfalls zuhause besuchen und dort beispielsweise schmerzlindernde Medikamente verabreichen.
Somit ergänzen sich häusliche Pflege durch die Angehörigen, die Leistungen eines Pflegedienstes und die ärztliche Versorgung und ergeben eine engmaschige Betreuung des Patienten.

Wichtig: Neben der körperlichen Pflege gehört auch die seelische Fürsorge zur palliativen Pflege. Da der Tod und das Sterben häufig mit Angst verbunden sind, ist die psychologische Betreuung ein unerlässlicher Bestandteil der Palliativmedizin.

Je nach religiöser Auffassung der Betroffenen kann auch das Gespräch mit Vertreterinnen oder Vertretern der jeweiligen Glaubensgemeinschaft hilfreich sein. Die meisten Gemeinschaften bieten Menschen mit geringer Lebenserwartung Betreuung und Begleitung auf dem letzten Stück des Lebensweges an.

Palliativpflege im Pflegeheim – Fürsorge durch Fachpersonal

Viele Pflegeheime bieten Palliativpflege an, um den Bewohnerinnen und Bewohnern eine würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen. Neben der fachkundigen Pflege durch das Pflegepersonal der Einrichtung ist auch der direkte Kontakt zur ärztlichen Versorgung gegeben, wodurch individuelle palliativmedizinische Behandlungspläne erstellt werden können.

Das Pflegepersonal hat in der Regel Zusatzausbildungen in der Palliativpflege und kann daher besonders gut und einfühlsam auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen. Auch im Pflegeheim ist es für die Angehörigen möglich, Aufgaben zu übernehmen, zu unterstützen und dadurch Nähe zu geben.

Bei der Auswahl des passenden Pflegemodells kommt es sowohl auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten als auch auf ihre Lebensumstände an. Auch die Angehörigen sollten, wenn möglich, bei der Entscheidung berücksichtigt werden, da sie zum Befinden der Betroffenen maßgeblich beitragen können.

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